Uwe Hain (ehemaliger Torwart) Interview vom 11. Juni 2018 Fussball-Harz im Sixpack mit Uwe Hain Uwe Hain, * 18. Oktober 1955 in Schladen Größe: 183 cm, Gewicht: 82 Kg 1. Bundesliga: 45 Spiele 2. Bundeliga: 126 Spiele DFB-Pokal: 18 Spiele Aufstiegsrunde 2. Bundesliga: 7 Spiele Vereine als Spieler: SV Schladen, Eintracht Braunschweig, Hamburger SV Vereine als Trainer: Wolfenbütteler SV,  Eintracht Braunschweig, SV Schladen und Blankenburger FV 1. Was sagst du dazu, dass Gitter wahrscheinlich kurz vor Saisonende aufsteigt? (Anmerkung der Redaktion, der SC Gitter ist aufgestiegen/17. Juni 2018) Noch steht ein Spieltag aus, aber ich gehe davon aus, dass die das noch schaffen.  Ich hatte vor zirka sechs Wochen mit der Mannschaft ein Gespräch, in dem ich ihnen  sagte, dass noch alles drin ist und sie darum kämpfen sollen, auch wenn es  schwer werden wird, einen Rückstand von sechs Punkten aufzuholen. Manchmal kann sich das Blatt ganz schnell wenden und so ist es jetzt gekommen.  Ich freue mich darauf, dass die Jungs den Aufstieg hoffentlich schaffen und wir uns dann in der Landesliga wiedersehen. 2. Wird es dafür Verstärkungen geben? Große Verstärkungen sind da nicht geplant. Man sucht natürlich, aber es ist halt schwer, Spieler zu bekommen. Da ist auch die Geldfrage das  Problem. Da muss der SC Gitter den Weg möglichst ohne großen finanziellen  Aufwand gehen. 3. Wie lange gilt dein neuer Vertrag? Mein Vertrag gilt nur für ein Jahr. Das haben wir von beiden Seiten so einvernehmlich abgesprochen. 4. Was reizte dich an dem Verein SC Gitter, dass du für eine Saison hier Trainer werden wolltest? Erstmal reizte es mich überhaupt, wieder im Fußball aktiv zu sein. Ich hatte einige  Anfragen, aber die haben mir alle nicht zugesagt und anfangs hatte ich ehrlich  gesagt auch noch keine Lust, wieder richtig anzufangen. Ich war gar nicht so richtig  auf der Suche, sondern habe das alles nur so aus der Ferne beobachtet. Als die Anfrage vom SC Gitter kam, war gleich ein gute Empathiewelle da - von  beiden Seiten. Die Gespräche waren gut, die Leute – die Stadt Salzgitter – ich brauche nicht weit zu fahren. Außerdem habe ich nur Gutes über den SC Gitter gehört, insbesondere, dass die Jugendarbeit so gut läuft. Diesen Weg möchte ich auch mitgehen. Das war auch ein Grund dafür, dass sie mich geholt haben, weil sie wissen, dass ich gern in diesem Bereich  arbeite. Ich hoffe, dass ich meinen Teil dazu beitragen kann. Ich bin natürlich in  erster Linie für die erste Mannschaft zuständig. 5. Noch eine Frage zu unserer deutschen Mannschaft, was traust du denn Jogi und seinen Jungs  in Russland zu? Ich sehe das jetzt nicht so negativ, wie das nach dem letzten Spiel aussah. Das ist halt bei den Vorbereitungsspielen so, dass man da noch nicht die Top- Leistung hat. Entscheidend ist, wie man in das Turnier hineinfindet. Wenn du im  ersten Spiel einen Sieg eingefahren hast, dann kommt langsam alles ins Rollen.  Natürlich haben alle anderen Mannschaften gut nachgezogen, es sind  ernstzunehmende Gegner. So große Unterschiede, wie früher einmal, gibt es nicht mehr. Ich denke unsere  Mannschaft wird sicher die Vorrunde überstehen, dann wird man sehen. 6. Was sagst du zu den neusten Entwicklungen deiner beiden Ex-Vereine, dem HSV und der Eintracht Braunschweig? Beim HSV hat sich das schon seit längerer Zeit angedeutet, was jetzt passiert ist. Das musste irgendwann so kommen. Positiv sehe ich aber hier, dass man den Trainer Titz genommen hat, das war ganz ganz wichtig, nicht nur für  die Mannschaft, sondern auch für den ganzen Verein. Man hat viel Druck raus  genommen bei den Fans. Er hat eine gute Spielphilosophie  uns ist menschlich auch gut drauf. Er hat eine tolle Art und geht mit den Spielern gut um. Da freut man  sich auch auf die neue Saison. Man sieht das auch an den steigenden  Mitgliederzahlen. Ich gehe davon aus, dass sie wieder einen direkten Aufstieg  schaffen, auf alle Fälle wieder mit oben dran sind. Zu Eintracht Braunschweig kann ich als ehemaliger Spieler, Trainer und Mitarbeiter  da nur den Kopf schütteln über das, was das passiert. Nicht nur über den Abstieg,  sondern auch darüber, was die ganzen Jahre passiert ist. Jetzt ist da ein richtiger  Scherbenhaufen. Man hat keine fünf bis sechs Spieler mehr, von denen man sagen kann,  dass sie ein Gerüst für ein neue Mannschaft bilden. Es ist in den ganzen Jahren  nichts aufgebaut worden, sondern es wurden immer nur Spieler geholt, die zu  allem „Ja und Amen“ sagen und  nur ein Level spielten. Da ist kaum mal wer  herausgestochen. Das da der Vorstand und das Management so lange zugeschaut  und dem Trainer so freien Raum gelassen haben, ist absolut enttäuschend. Das  kann man eigentlich gar nicht verstehen. Da sehe ich im Moment keine positiven  Tendenzen. Auch wenn man hört, was der Trainer Arnold so sagt – wenn man  zwischen den Zeilen liest, das hört sich alles nicht gut an. Natürlich ist der Trainer  außen vor, das ist ein neuer Mann. Der muss jetzt erstmal zusehen, dass er da  eine schla kräftige Truppe zusammen kriegt und eine Ordnung herstellen kann. Es  wird schwer. Ich werde mal zum ersten Training hinfahren, mir das angucken und mir ein Bild machen.