Daniel Masterson (Schiedsrichter) Interview vom 4. September 2016 Fussball-Harz im Sixpack mit Daniel Mastrson. Der 29-Jährige pfeift für den SV Union Salzgitter. Daniel ist schon seit Februar 2012 als Schiedsrichter im Fussball-Harz-Kreis aktiv und hat mittlerweile über 400 Spiele geleitet!  1. Wie bist du dazu gekommen, Schiedsrichter zu werden? Zur Beantwortung dieser Frage muss ich ein wenig ausholen. Ich spiele für mein Leben gern Fußball und war auch dafür bekannt, ziemlich kompromisslos in Zweikämpfe zu gehen, was mir, begründet oder unbegründet, häufige Auseinandersetzungen mit dem Unparteiischen einbrachte. Ich war halt ein Wadenbeißer (irgendwie muss man ja seine fußballerischen Defizite ausgleichen). In der Hallensaison 2011/2012 verletzte ich mich nach einem Foul an mir schwer, dass ich mehrere Monate ausfiel. Mich ärgerte damals die viel zu schwache Entscheidung des Schiedsrichters, nur Freistoß zu geben, so dass ich mir schwor, es besser zu machen und den nächsten Schiedsrichterlehrgang zu besuchen. Gesagt – Getan! Anfang 2012 fand ein Lehrgang in Wolfenbüttel statt und so begann eine neue sportliche Laufbahn.  2. Wie gehst du mit eigenen Fehlern um?  Wir neigen ja häufig dazu, eigene Verfehlungen einfach auszublenden. Aber besonders das Schiedsrichterwesen hat mir dabei geholfen, die nötige Eigenschaft zur Einsicht weiterzuentwickeln. Konstruktive Kritik, aber auch meine Selbstreflektion im Privaten, Arbeit und Sport helfen mir dabei, mich als Mensch weiterzuentwickeln.  3. Spielst Du selbst auch Fußball im Verein? Die Einsicht, dass ich fußballerisch nicht zu Höherem bestimmt bin, das lädierte Knie und allem voran der Spaß am Schiedsrichterwesen haben mir die Entscheidung gegen das aktive Fußballspielen leicht gemacht.  4. Was war dein bisher schönstes Spiel als Schiedsrichter? Um ehrlich zu sein, habe ich da kein spezielles Spiel im Sinn. Ich freue mich auf jede weitere Ansetzung und die daraus folgende Herausforderung. Ich bin gern im Schiedsrichter-Gespann unterwegs, da es ein geiles Gefühl ist, als Team ein Spiel „unter Kontrolle“ zu halten und stark aufzutreten.  5. Im Harzer Raum gibt es einige durchgeknallte Typen. Wer war auf dem Feld bisher der Lustigste? Also die Frage ist definitiv legitim. Aber da könnte man Bände schreiben. Fakt ist, dass wir ohne die verschiedenen Typen (Schönwetter- Fußballer, Wadenbeißer, Diven, Schreihälse, Mitteilungsbedürftige, Holzfäller, Ausnahmetalente, Fußballkommentatoren, ewige Talente und so weiter) auf dem Platz doch nur halb so viel Spaß als Schiedsrichter oder Zuschauer etc. hätten. Egal welche Eigenschaft die einzelnen Spieler mit sich bringen, ich als Schiedsrichter sehe gerade in diesem Mix die Herausforderung einer Spielleitung. Ich gehe hierbei mit der Devise „Ich bin immer mindestens für eine Mannschaft der Arsch“ an die Sache ran.  6. Hast Du Verständnis für die Emotionen der Spieler? Unser liebster Sport, der Fußball, lebt durch die eingebrachten Emotionen und das soll bitte auch in der Zukunft so bleiben. Nichts wäre schlimmer,als ein langweiliges und steriles Event, in dem alle Gefühlslagen von A-Z ausgeklammert werden. Besonders, weil ich selber Fußball gespielt habe und diese andere Seite kenne, kann ich Emotionen als Schiedsrichter sehr gut einordnen, was mir hilft meine Spielleitungen stets ruhig zu gestalten. Je unruhiger und emotionaler eine Partie verläuft, desto ruhiger und gelassener gehe ich an die einzelnen Situationen heran. Diese Souveränität kommt zumeist gut an und alle Beteiligten wissen in welchen Rahmen sie ihre Emotionen ausleben können. Generell gilt, dass man ein dickes Fell haben und nicht alles auf die Goldwaage legen sollte. Manchmal hilft der ein oder andere lockere Spruch unter vier Ohren oder gar für alle hörbar, um die Stimmung und Situation zu lockern. Hier bin ich gerade im Bereich der persönlichen Strafen eher ein Freund knackiger Ansagen, als wild mit Karten zu hantieren.  Sportliche Grüße an alle Fußballverrückten Daniel Masterson Schiedsrichter SV Union Salzgitter PS: Wer Interesse daran hat, Fußball-Schiedsrichter zu werden, kann sich gern bei mir melden.