Danny Wagenführ (Kapitän der TSG Bad Harzburg) 1. Wie schwer ist es dir gefallen, die Fußballschuhe an denNagel zu hängen, was hat letztlich den Ausschlag dafür gegeben? Unheimlich schwer! Aber mit dem Karriereende habe ich mich schon eine ganze Zeit lang beschäftigt, seit der Winterpause 2011/2012. Es ist ein wohl überlegter Entschluss, den ich zusammen mit meiner Lebensgefährtin und dem Trainer getroffen habe. Den Ausschlag gab kein spezieller Grund, sondern das Zusammenspiel aus Familienleben, Arbeitsaufwand, Alter und Leistungsfähigkeit - sowie auch der Nachwuchsarbeit im Verein. Wir wollten auch sicher gehen, dass Alternativen da sind. Die TSG wird in den nächsten Jahren von der guten Nachwuchsarbeit profitieren können. 2. Ist kein bisschen Wehmut dabei, wenn Du auf deine Karriere zurückschaust – was bleibt hängen? Wehmut? Ja natürlich, es geht ein Lebensabschnitt vorüber und ich muss meinen Lebensinhalt neu strukturieren, aber darauf freue ich mich auch. Mein Frau und auch meine Tochter mussten in den letzten Jahren immer aufgrund des Fußballs zurückstecken. Ich will einfach jetzt die Zeit nutzen, um die spannende Phase des Heranwachsens meiner Tochter mitzuerleben. Was bleibt hängen? Neben den sportlichen Aufstiegen und Abstiegen, vor allem Freundschaften und das Gefühl, bei der TSG immer willkommen zu sein!  3. Sehen wir Dich auf der Trainerbank oder aktiv bei den Alten Herren wieder? Das Traineramt ist sehr reizvoll, aber es ist mindestens genau, wenn nicht sogar noch zeitaufwändiger. Da Zeit genau der Faktor ist, den ich nicht habe, würde ich meinem eigenen Anspruch nicht gerecht werden, also strebe ich das Traineramt nicht an. Alte Herren? Mal sehen was die Zukunft bringt ...  4. Welche Spieler waren während deiner TSG Zeit deine besten Gegenspieler? Im Training Sebastian Göppert, der Junge ist eine Granate und ein Motor der TSG Offensive. In den Spielen Dustin Günther (VfL Salder - jetzt Gitter), Hasim Gökden aber auch Fisnik Jashari.  5. Für welchen Fußballverein schlägt Danny Wagenführs Herz? Auf Amateurebene die TSG, lokal gesehen Eintracht Braunschweig - es ist eine grandiose Arbeit, was die Leitung (M.Arnold, T.Lieberknecht und das ganze Funktionsteam) dort leistet. Und global gesehen der FC Bayern - das schon zu Kinderzeiten (bin in den neuen Bundesländern aufgewachsen).  6. Wer wird Deutscher Fußball-Meister 2013/2014 ? Spannende Frage, schwer zu beantworten, obwohl der FCB erst das Tripel geholt hat. Es besteht auch die Gefahr, aufgrund der Erfolge, den nötigen Biss für neue Erfolge zu verlieren. Man weiß auch nicht, wie lang die Eingewöhnungszeit von Pep Gardiola beim FCB dauert. Andererseits weiß ich nicht, wie der BVB den oder die Abgänge verkraftet und wen sie als Verstärkung verpflichten können. Ich denke die Meisterschaft wird zwischen den beiden entschieden! Ich hoffe aber, dass Mannschaften wie Schalke und Leverkusen dies solang wie möglich offen halten. Denn auch wenn ich Bayernfan bin, möchte ich nicht, dass der FCB jedes Jahr die Bundesliga so dominiert. Das würde das Produkt »Bundesliga«, welches jeder deutsche Freizeitfußballer so liebt, kaputt machen. Und das werden die Macher vom FCB auch nicht wollen. Denn sie sind in erster Linie hervorragende Geschäftsleute und sie wissen, dass nur Konkurrenz das Geschäft fördert und verbessert.