Dragoslav Stepanović (ex-Fußball-Trainer) In der Bundesliga war »Stepi« als Gentleman bekannt, der mit Zigarillo im Trenchcoat an der Seitenlinie stand. Er wurde am 30. August 1948 in Rekovac im ehemaligen Jugoslawien geboren. Als Spieler kickte er für die beiden Spitzenklubs OFK und Roter Stern Belgrad und machte 34 Spiele für das jugoslawische Nationalteam. 1976 wechselte er zu Eintracht Frankfurt, wo er zum ersten ausländischen Kapitän eines Bundesligisten wurde. 1978 wechselte er zu Wormatia Worms, ein Jahr später zu Manchester City. Als Trainer betreute er Klubs in Deutschland, aber auch in Griechenland, China, Ägypten, Spanien und seinem Heimatland. Weltklassefußballer, Erfolgstrainer, Sprücheklopfer: »Stepi« ist den Frankfurtern in guter Erinnerung: Mit ihm als Coach wäre die Eintracht 1992 um ein Haar Meister geworden. Nun hat »Stepi« seine Memoiren vorgelegt. Sein Buch »Lebbe geht weider«: Das Leben des Dragoslav Stepanovic  erschien am 8. April.2013. 1. Ist ihr Buch nur für Fußballinteressierte gedacht? Wen wollen Sie genau ansprechen? Die, die den richtigen Weg im Fußball und ihrem Leben wählen wollen oder gewählt haben. Die, die an sich glauben und wie besessen trainieren. Gerade die, die keine Hilfe suchen, weil sie daran glauben, dass Fußballtalent mit Qualität immer durchkommt.   2. Verfolgen Sie die Entwicklung des deutschen Fußballs und der Bundesliga noch? Wie schätzen Sie speziell die Entwicklung bei Eintracht Frankfurt ein? Eintracht hat einen schweren Weg vor sich, aber der ganze Verein tut alles, damit man - wie früher - in der Liga eine größere Rolle spielt. Ich glaube, dass sie das schaffen können.  3. Könnten Sie sich nochmal vorstellen, im Profifußball als Trainer zu arbeiten? Ja, sehr wohl. Ich warte auf Angebote - eine Tasche ist schon gepackt.  4. Was waren ihre persönlichen Höhepunkten in ihrer langen Laufbahn als Spieler und als Trainer? Der Höhepunkt für mich war 1972 das Abschiedsspiel von Pele im Maracana-Stadion von Rio de Janeiro vor 194.000 Zuschauern. 1971 wurde ich zum Fußballer des Jahres gewählt (von 18 Kapitänen). Ein »Höhepunkt« war 1991/1992 die verlorene Meisterschaft in Rostock. Das ganzes Jahr waren wir Erster und haben gespielt Fußball 2000. Von Trier (dritte Liga) wechselte ich zu der Eintracht in die Bundesliga. Viele haben gedacht, ich werde es nicht schaffen. 5. Was sagen Sie zum VfL Bochum, der im Zeitalter der jungen Erfolgstrainer wie Tuchel, Klopp und Streich auf den alten Haudegen Peter Neururer als Retter setzt? Wer zu diesem Zeitpunkt unten steht, der braucht jemanden, der Erfahrung und Ruhe bringt. Peter hat es allen gezeigt, wie man es schafft.  6. Dafür, dass Sie 1976 nur nach Frankfurt zum Fußballspielen gekommen sind, um »ein Auto zu verdienen und dann wieder nach Hause zu gehen« sind Sie ganz schön lange geblieben! Wir sind aber sehr froh darüber, solche Typen, wie Sie, gibt es nicht an jeder Ecke. Fühlen Sie sich denn sehr wohl in Deutschland? Deutschland war meine zweite Heimat, jetzt ist es meine erste Heimat. Meine Familie und ich fühlen uns sehr wohl hier . Gruß Stepi