Uwe Hain *18. Oktober 1955, Profifußballer vom 1. Juli 1974 bis zum 30. Juni 1993. 1. Bundesliga 46 Spiele, 2. Bundesliga: 126 Spiele, DFB-Pokal 9 Spiele Vereine als Spieler: SV Schladen, Eintracht Braunschweig, Hamburger SV, FC St.Pauli, VfL Wolfsburg.      1. Welches sind deiner Meinung nach die wichtigsten Eigenschaften, um im Fußball richtig gut zu werden? Talent und Ehrgeiz 2. Was ist deiner Meinung nach in der heutigen Zeit besonders wichtig, um entdeckt zu werden? Zunächst einmal geht es natürlich darum, im eigenen Verein gute Leistungen zu bringen. Anschließend ist es wichtig, für die regionalen Stützpunkte vorgeschlagen zu werden bzw. durch gute Leistungen bei Turnieren etc. von diesen entdeckt zu werden. Durch gute Leistungen ist der weitere Weg in Auswahlmannschaften auf Landes- oder sogar Bundesebene möglich. Letztendlich gehört auch Glück und heutzutage nicht zuletzt ein guter Berater dazu, der einen an den richtigen Stellen ins Gespräch bringt. 3. Hattest/Hast Du fußballerische Vorbilder? Hans Tilkowski 4. Hattest Du vor den Spielen ein bestimmtes Ritual? Sowohl in Braunschweig als auch beim HSV hatte ich erstaunlicherweise die Ruhe, um im Team-Hotel zwischen Mittagessen und Bundesliga-Spiel eine knappe halbe Stunde zu schlafen. Wie es bei Fußballern nicht selten ist, gab es auch abergläubische Rituale, so habe ich meistens den linken Stutzen zuerst und den rechten Torwarthandschuh zuletzt angezogen. 5. Was macht für dich einen guten Fußballer aus (sportlich und menschlich)? Was einen guten Fußballer in sportlicher Hinsicht ausmacht, liegt ja auf der Hand: er muss ein guter Fußballer sein. Die menschliche Komponente ist viel interessanter, weil hier große Unterschiede zwischen den Spielertypen zu finden sind. Dass ein Spieler gut sein muss, um in einer von mir trainierten Mannschaft zu spielen, setze ich voraus, doch ich habe bei allen meiner Mannschaften insbesondere darauf geachtet, dass die Spieler menschlich zusammenpassen, was neben der individuellen Leistung eines Spielers der Schlüssel zum mannschaftlichen Erfolg ist. Kurzgesagt: teamfähig und charakterstark sollte ein Spieler sein. 6. Hast Du einen Spitznamen und wenn ja, woher kommt er? Panter oder Katze wurde ich, wie wohl viele Torhüter, nach guten Paraden genannt. Außerdem: Als wir in den 70er Jahren mit Eintracht Braunschweig gegen AS Nancy spielten, hielt ich gegen jungen Michel Platini, späterer UEFA-Präsident, alles, was zu halten war. Er lief allein auf mich zu, ich hielt seine Freistöße und sogar einen von ihm geschossenen Elfmeter. Danach wurde ich nur noch Platini genannt. 7. War der Fußball zu deiner aktiven Zeit körperbetonter als heute? Ja. 8. Dein Lieblingsverein ist ...? Natürlich bin ich stark mit Eintracht Braunschweig verbunden, konnte mich aber nicht in allen Zeiten mit diesem Verein identifizieren. Ich hoffe, dass sich das in Zukunft wieder ändert. Außerdem: Bayern München, Hamburger SV. 9. Was ist deine bisher schönste Fußballerinnerung? Meine schönsten Fußballerinnerungen sind nicht etwa der Gewinn des DFB-Pokals, der Deutschen Meisterschaft oder des Europapokals, auch wenn das für mich unheimlich wichtige und unvergessliche Erlebnisse sind, sondern zunächst die Zeit, in der ich als Achtzehnjähriger Profi bei Eintracht Braunschweig, damals noch in der 1. Bundesliga, wurde. Besonders unvergesslich sind die ganzen Bundesligaspiele, in denen ich fast immer nicht nur gegen große Mannschaften, sondern auch große Spieler gespielt habe: Franz Beckenbauer, Gerd Müller, Uli Hoeneß, Jupp Heynckes, Günter Netzer, Rainer Bonhoff, Wolfgang Overath und Kevin Keegan sind nur einige wenige Namen, die mir aus meiner ganz frühen Profikarriere einfallen. In jeder Bundesligamannschaft gab es herausragende und charismatische Spieler, die als Idole ihres Vereins fungierten. Natürlich kommen, wie gesagt, die großen Erfolge und viele internationale Stars als Gegenspieler hinzu.