Guido Schäfer *14. September 1964, Fußballprofi vom 1. Juli 1980 bis 1. Juli 1997, 2. Bundesliga 184 Spiele und 8 Tore, DFB-Pokal 7 Spiele. Vereine als Spieler: TV Hasßloch, 1.FSV Mainz 05, Bad Kreuznach, SC Birkenfeld, TuS Koblenz, SV Wehen.     1. Welches sind deiner Meinung nach die wichtigsten Eigenschaften, um im Fußball richtig gut zu werden? Talent ist hilfreich, zu viel davon verleitet zum Müßiggang. Ohne Liebe zum Fußball, Selbstkritik und Ehrgeiz geht nix. Ein geerdetes Elternhaus ist wichtig, ein Berater ohne Dollarzeichem auf den Augen ebenfalls. Und natürlich braucht es einen guten Körper und Glück und Förderer, um oben anzukommen. 2. Was ist deiner Meinung nach in der heutigen Zeit besonders wichtig, um entdeckt zu werden? Es rutschte keiner mehr durchs Sieb, die Scouts sind immer und überall, auch die Talente bei Dorfvereinen fliegen nicht lange unterm Radar der größeren Clubs. Ich habe mich 1980 persönlich um meine Karriere gekümmert, habe mit 16 bei Mainz 05 angerufen und um ein Probetraining gebeten. Und dann war der Star des TV Haßloch wie weg. 3. Hattest/Hast Du fußballerische Vorbilder? George Best war einmalig, kam mit 17 zu Manchester Untited, legte mit 22 eine Alkohol-Beichte ab, spielte bis 27 bei ManU und später in den USA. Best war nicht nur laut Franz Beckenbauer ein paar Jahre der beste Spieler der Welt. Technik, Athletik, Härte, Aussehen: Er hatte alles im Überfluss, leider aber zu viel Durst. 4. Hattest Du vor den Spielen ein bestimmtes Ritual? Ich bildete eine feste Einheit mit der Klobrille, trank zwei Kaffee, schluckte eine Aspirin und raus gings. 5. Was macht für dich einen guten Fußballer aus (sportlich und menschlich)? Fußballer müssen heutzutage sehr viel laufen. Eine gute Technik und ein Auge fürs Spiel erleichtern den Job fundamental. Ein guter Mann kreist nicht nur um sich selbst, hilft anderen Menschen, ist freundlich, nahbar und wird bei allem Ehrgeiz beim Kicken nie einen Gegenspieler absichtlich verletzen. In puncto Gesamtpaket kommt Bernd Schneider diesem Ideal sehr nah. 6. Hast Du einen Spitznamen und wenn ja, woher kommt er? No. 7. War der Fußball zu deiner aktiven Zeit körperbetonter als heute? Ja, es war härter, brutaler, es gab jede Menge Fouls, die heutzutage gerichtsverwertbar wären. Auch von meiner Wenigkeit. Die Schiris ließen viel mehr durchgehen, es gab keine 25 Fernsehkameras. Die Stollen waren länger, die Böden tiefer, die Grätschen rücksichtslos. 8. Dein Lieblingsverein ist ...? Mainz 05. 9. Wer war dein unbequemster Gegenspieler? Willi Landgraf und Roy Präger. Sacktreter vor dem Herrn. Hart und herzlich. Immer unterwegs. Auch gegen den späten Ewald Lienen war es nervig. Der hatte Ausdauerwerte wie Nurmi. 10. Was ist deine bisher schönste Fußballerinnerung? Mein Tor zum Mainzer 1:0 gegen Schalke 1988. Jens Lehmann stand im Tor, der Ball ging in den Winkel. Die After-Work-Party war sensationell.